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Zelten an der Ostsee, Rosenfelder Strand

Eigentlich sind wir Hotel-Urlauber. In der Regel buchen wir uns eine Pauschalreise in einem günstigen Hotel, da wir das Hotel nur zum Schlafen benötigen. Oder wir quartieren uns relativ spontan über AirBNB irgendwo ein.

Urlaub spontan und mit wenig Geld

Letztes Jahr dann aber war die Situation etwas schwieriger. Der Sommer war da, das Portemonnaie leider schon geschröpft, einen weiteren Kurzurlaub wollten wir uns aber nicht nehmen lassen. Und da mittlerweile leider selbst AirBNB-Unterkünfte nicht mehr so günstig sind, wie sie mal waren, mussten wir also eine Alternative finden.

Wir schauten uns also die Angebote rund um den Ostsee-Strand an, den wir üblicherweise aufsuchen. Angeschlossen sind dort mehrere Campingplätze, die damit also auch in die engere Wahl kamen. Die Wahl fiel auf den Campingplatz am Rosenfelder Strand. Dieser hat, wie wahrscheinlich viele Campingplätze, auch einige Unterkünfte zu vermieten. Mobilheime, kleine Hütten, Wohnwagen … leider aber sind diese auch nicht wirklich viel günstiger, als uns eine Hotel- oder AirBNB-Unterkunft gekommen wäre. Obendrein waren wir wieder einmal viel zu spontan und wollten ja nur ein verlängertes Wochenende bleiben. Zum Ende der Hauptsaison ist natürlich leider vieles schon vermietet und diese Art Unterkünfte werden zumindest regulär nur im Wochentakt vermietet. Eine Ausnahme hätte man vielleicht gemacht, aber so ganz unsers war das dann trotzdem nicht.

Da wir aber wirklich ans Meer wollten, komme was wolle, kam dann etwas in den Sinn, was ich seit sage und schreibe 19 Jahren nicht gemacht habe: Zelten!

Zelten am Rosenfelder Strand

Wir haben mit dem Campingplatz Rosenfelder Strand noch einmal kurz telefonisch geklärt, wie so etwas dann abläuft (ja, wir sind völlig unbedarfte und uninformierte „Anfänger“) und nachdem klar war, dass es für das Aufschlagen eines Zelts noch nicht einmal einer vorherigen Anmeldung bedarf, fuhren wir sogleich in den nächsten Laden, um Schlafsäcke zu besorgen und fuhren zum Ende der Woche dort hin.

Und siehe da, als wir ankamen, wurde uns schnell klar: So unkompliziert kann es gern immer sein! Wir konnten für relativ geringes Geld und ohne vorherige Buchung direkt auf die Zeltwiese – auch das Auto konnte mit genommen werden.

Wie schon gesagt, war ich das letzte Mal vor 19 Jahren zelten. Wer mein Alter dagegen rechnet: Ich war minderjährig und in einem Zeltlager. Der Komfort damals war in Ordnung, aber nicht überragend. Wenn ich da nun den Komfort beim Rosenfelder Strand gegen halte – warum sollten wir dort oben noch einmal Hotelurlaub machen?

Das Auto kann direkt am Zelt geparkt werden und ist somit immer im Zugriff, was insbesondere dann von Vorteil ist, wenn man auch mal ein paar Sachen nicht im Zelt lagern möchte. Direkt an die Zeltwiese grenzt ein Gebäude mit Freiluftduschen, einer Toilette und einer Küche. Letztere mit ein wenig nutzbarer Grundausstattung. Ungefähr 100 Meter entfernt gibt es dann auch ein großes Waschhaus mit Toiletten, Duschen, Waschbecken und so weiter. Kaltes Trinkwasser kann man an mehreren Stellen kostenlos zapfen, weitere Wünsche hatten wir gar nicht.

Auf der Zeltwiese

Auf der Zeltwiese wurden wir sofort herzlich empfangen. Ob wir so kompatibel zu Dauercampern sind, weiß ich nicht. Da sind wir wahrscheinlich etwas schwierig. Ich bin zwar zum Teil auf einem Campingplatz groß geworden, aber diese Art der Gemeinschaft ist für mich immer etwas schwierig zu meistern. Was im Übrigen kein Vorwurf gegenüber den Campern ist, sondern eher wirklich eine Kompatibilitätsfrage. Auf der Zeltwiese jedoch fühlte es sich anders an. Ich meine auch, bemerkt zu haben, dass die Menschen hier nochmal ein etwas anderer Schlag sind, als die Dauercamper. Teils etwas mehr Eigenbrödler, dafür aber recht alternativ und mit einer Tiefenentspanntheit, die ich so auch den Dauercampern nicht zuschreiben würde. Zwischen diesen Leuten fühlte ich mich sofort wohl!

Wir setzten unser Zelt dann neben das von W., den wir an diesem Tag dort kennen lernten. Er hatte sein Motorrad dabei und schlug genau wie wir einfach ein kleineres Zelt direkt an seinem Gefährt auf. Nach dem etwas scheuen Erstkontakt unsererseits wurde es sehr schnell sehr herzlich. Hielt ich ihn zu Anfang noch für Ende 40, stellte sich heraus, dass er (wenn ich mich recht erinnere) noch einmal 10 Jahre drauf packte: 59 war der Gute. Und mir kam sofort nur dieser eine Gedanke:

Wenn ich mit ca. 60 Jahren noch immer mit dem Motorrad (oder in meinem Falle: dem Cabrio) an die Ostsee fahre, um da mein Zelt aufzuschlagen und den Morgenkaffee zwischen Kaninchen und Langschläfern an der frischen Luft einzunehmen – dann ist doch alles gut, oder? So stelle ich mir ein zufriedenes Leben vor.

Lieben gelernt

Wir haben bei diesem Kurztrip die Liebe zum Campen wieder entdeckt. Wohnwagen, Wohnmobil und ähnliches sind wohl weiterhin nicht unsers, aber mit dem Zelt – eine solche Spontaneität, Unkompliziertheit und auch Herzlichkeit, wie wir dort erlebt haben – einfach herrlich.

Wir werden dieses Jahr wieder mit dem Zelt hoch fahren. Ein Mal, zwei Mal, drei Mal – ganz egal. Wir schauen in den Wetterbericht und wenn das Wochenende schön werden soll, sind wir spontan. Denn, so sagte man uns: Auch wenn Hochbetrieb ist – auf der Zeltwiese ist immer was frei!

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